Neue Worte und das „Nicht“

Na-bitteStreichen Ihnen auch manchmal ganz unterwartet neue Worte an der Hautoberfläche entlang? Sie schlängeln sich zusehends um den Alltag der Gespräche herum, um dort zur Normalität zu werden. So hat jeder seine eigene Wortwahl und im besten Falle lernt er auch ab und an neue Begriffe dazu. Das viel zitierte „Selfy“ beispielsweise. Ein neues Wort für das SelbstportraitfotomitdemHandy – Sie sehen eine wunderbare Kurzform. Meine Tochter verkürzte vor vielen Jahren das Wort „hinsetzen“ zu „hintzen“. Logisch, klar, unverwechselbar. Eine meiner ganz persönlichen Lieblingsworte.

Sollte Ihnen die Sprache nur in alter Form wertig und gut erscheinen, freue ich mich Ihnen mitteilen zu können, dass wir hier sehr gerne unterschiedlicher Meinung sein dürfen. Der Wandel der Sprache vollzieht sich auch ohne unser persönliches Zutun oder unsere Verweigerung und hat dies übrigens auch schon immer getan. Schließlich spreche ich heute mehr wie Goethe oder Schiller.

Neben den neuen und alten Worten können wir uns auch Gedanken um den eigenen Ausdruck zu machen. Haben Sie sich selbst schon einmal bewußt zugehört? Wie oft sprechen Sie in verneinter Form, erklären was Sie alles NICHT wollen? Und wie wäre es, genau dies einmal zu verdrehen und zu beschreiben, was Sie WOLLEN. Mit einer Freundin versuche ich seit geraumer Zeit das „Nicht“ aus meinem persönlichen Wortteppich auszugrenzen. Eine schwierige Aufgabe, wie sich immer wieder zeigt. Wie schnell bin auch ich dabei mit Leichtigkeit zu beschreiben, was ich NICHT möchte oder mir NICHT vorstellen kann. In positiver Form zu sprechen, bedeutet gleichzeitig auch die Dinge beim Namen zu nennen. Statt nur festzustellen „ich will dies oder das nicht“ bringt eine Aussage, was ich will viel eher Licht ins Dunkle. Und das ist wirklich schwer, glauben Sie mir. Beispielweise könnten Sie feststellen“ich will nicht immer alles alleine entscheiden müssen“, Sie könnten aber auch sagen “ unterstütz mich mal bitte hier jemand?!“ oder „kann bitte ein anderer auch die Verantwortung mit tragen?“ Viel schwerer, vor allem, wenn sich dann alle wegducken und unsichtbar machen…

Auch andere negative Sätze wie „ich bin zu dick“ sind überflüssig. Besser „ich nehme ab jetzt ab“ oder „ich bin vielleicht dick, aber auch wunderschön“ oder einfach ein neutrales  „ich bin wie ich bin“.

Kleine Ersatzliste:

ich bin nicht gut genug = ich lerne gerade dazu

ich sehe schrecklich auch  = ich bin einzigartig

ich schaffe das alles nicht mehr = ich suche nach neuen Wegen und Lösungen

Haben Sie auch eine gute Idee für die Ersatzliste?

Liebe Grüße und ein Lächeln aus dem wunderschönen Lübeck verschenkt

Karin Tauer aus dem Atelier Zebrafisch

 

 

 

 

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